stadt_land_mensch 2008 - 2009 // auftrag

eine annäherung an die städteregion aachen
approaching the städteregion aachen


....................deutsch | english

68 Seiten | 39 Photographien | Text (dt engl) : Euro 19.00 + Versand | ISBN 978-3-00-027164-9

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18 Tage / 1400 Kilometer mit dem Auto / 113 Filme à 10 Aufnahmen.

Keine inhaltlichen Vorgaben. Einzige Bedingung: In jeder der 10 Städte und Gemeinden der StädteRegion
zu photographieren. Eine Suche nach Gemeinsamkeiten und die Frage nach einer „regionalen Identität“.

Ich betrete Neuland. Im Hinterkopf habe ich meine photographische Konzeption – die, im Bewußtsein
ihrer Fähigkeiten, flexibel auf die Realität reagiert – und meine Lebenserfahrung. Das gibt mir Sicherheit.
Es ist mein Anspruch, den Menschen und den Orten offen zu begegnen. Mich mit meiner Subjektivität
ohne Vorurteil auf sie einzulassen.

Wenn ich Bilder mache, nehme ich eine Position ein. Emotional, inhaltlich und künstlerisch. Ich treffe
Entscheidungen. Wie sehe ich das; was ist meine Position? Diese Entscheidungen beeinflussen sukzessiv
meine ursprünglich intendierte Offenheit und helfen meine individuelle Betrachtungsweise zu formen.
Sie geben meiner Wahrnehmung eine Perspektive.

Im Ergebnis argumentiere ich mit Bildern. Ich lasse mich auf das Geschehen ein. Folge dem unbewußten
Fluß der Wahrnehmung. Sensibilisiere mich auf meine Gefühle beim Sehen. Meine künstlerisch dokumen-
tarische Photographie steht für eine persönliche Reflexion menschlicher Lebensweisen. Sie stellt Fragen
nach der Identität des Menschen.

Wenn ich mit dem Auto fahre, bewege ich mich durch die Landschaft und nehme die vielfältigen visuellen
Eindrücke auf. Parallel zur Konzentration auf den Strassenverkehr folge ich meinem Interesse an der ländlichen
oder urbanen Szenerie und entscheide intuitiv, in welche Richtung die Reise weitergeht. Lockt mich
die Gegend rechts oder links, geradeaus oder drehe ich um? Wo kann ich anhalten, wo kann ich abbiegen?
Während ich nach Möglichkeiten hierfür Ausschau halte, fahre ich weiter, bis ich eine Halte- oder Abbiege-
möglichkeit gefunden habe. Unter Umständen fahre ich die gleiche Strecke wieder zurück. Aus dieser
Richtung sieht die Landschaft schon wieder anders aus.

(...) Gedanklich spiele ich mit Überlegungen zu den Begriffen und Vorstellungen von Heimat, Identität, Leben,
Sinn, Bedeutung, Werten, Wertungen etc. Ich frage mich: Was ist und was ist wirklich wichtig? Bei diesem
inneren Diskurs gleiche ich permanent meine subjektive Erfahrungswelt mit den neuen, für mich zum Teil
überraschenden Eindrücken ab. Zeigt das, was ich sehe, ein altbekanntes Klischee oder erblicke ich etwas
inhaltlich Substanzielles? (...)

Bei diesem Projekt hat sich für mich ein Kreis geschlossen. Es ist mir wieder einmal bewußt geworden,
dass die Bilder als Möglichkeiten existieren. Es geht darum, mich für sie zu sensibilisieren und sie zu finden.
In meinem Verständnis von Photographie liegt gerade in der scheinbaren Einfachheit dokumentarisch
wirkender Bilder ein immenses künstlerisches Potential. Es sind die bei der Bildbetrachtung unsichtbar
bleibenden gestaltenden Augen, Vorstellungen und Handlungen, die notwendig sind, um aus den vielfältigen
Möglichkeiten ein individuelles Konzentrat herauszufiltern, welches die Betrachter in das Gefühl versetzen
kann, eine bildliche Darstellung mit den Augen des Photographen zu sehen. Trotz scheinbarer Eindeutigkeit
entfaltet jedes Bild komplexe Assoziationsräume.


<<<...Kuratiert von: Dr. Nina Mika-Helfmeier // Kreis Aachen, StädteRegion Aachen